Stockkampf

Lerne Tosei Ryu, den Stockkampf der Samurai in Köln

Stockkampf Köln

Stefan Jonas Bobeth

Unterrichtet Tosei Ryu donnerstags

Stephan Bobeth

Seit meiner Jugend war ich immer sportlich aktiv. Von Judo über Schwimmen, Tauchen, Radfahren, waren viele Sportarten dabei. Erst mein Besuch im Tenshinkai Dojo Köln am Tag der offenen Tür 2010 konnte mich mehr für Martial Arts, das Katana und den Tanjō begeistern. Seither erlangte ich im Mugai Ryū den 3. Dan (2014) und Tosei Ryū Tanjōjutsu den 4. Dan (2016). Neben diesen beiden Stielen trainiere ich ab und an Tai Chi und konnte erste Erfahrungen im Genko Nito Ryū und Gyokushintō Ryū sammeln.

Seit dem Sommer 2012 leitete ich das freie Training an den Samstagen und seit Anfang 2014 das wöchentliche Tosei Ryū Training am Donnerstag. Ab und an übernahm ich auch das Mugai Ryū Training. Krankheitsbedingt musste ich eine längere Pause einlegen und werde vorerst nur noch unregelmäßig zum Training kommen, helfe aber gern aus, wenn ein Lehrer ausfällt.

Während meinen Trainingsstunden versuche ich den Schülern über Teilübungen ein besseres Verständnis für die Kata, die Funktionsweise einzelner Techniken und die Anwendbarkeit nahe zu bringen. Ziel ist dabei auch das eigene Körpergefühl und die Wahrnehmung zu verbessern.

Neben dem Erlernen der Kata und Grundtechniken, lege ich auch Wert auf die geistige Entwicklung und die der Persönlichkeit. Mit dem Erlernen der Stile wächst die Verantwortung für das eigene Handeln.

Jeder ist herzlich willkommen, der sich auch auf diese spannende Reise begeben möchte.

Mein Wappen

Mein 紋 Mon (Wappen) habe ich über viele Jahre hinweg entwickelt und in ihm viele für mich wichtige Erkenntnisse und meine Einstellung zum Leben eingearbeitet.

Stephan Bobeth Wappen

Der äußere Ring besteht aus drei Teilen und drei Farben und bildet zusammen 円相 Ensō, welches neben „Kreis“ auch für „Erleuchtung, Stärke, Eleganz, das Universum und die Leere“ steht. Ich verbinde es mit dem Kreislauf des Lebens und auch mit der Aufforderung, im Moment zu leben.

Wenn man die drei farblichen Teile zusammennimmt, bildet sich ein „Gankyil“, das im Buddhismus beheimatet ist. Einige der buddhistischen Bedeutungen des Symbols sind „Lernen, Nachdenken, Meditation“ oder „Essenz, Natur, Energie“. Für mich steht es auch für „Körper, Geist und Atem“, denn jedes der Elemente hat einen Einfluss auf die anderen beiden und ist untrennbar mit ihnen verbunden. Darüber hinaus symbolisiert es die Zahl 3, die mir schon oft im Leben als stabilisierendes Element begegnet ist.

Bedeutung der unterschiedlichen Farben

Die Farbe Blau verbinde ich mit Vertrauen, Glaube und Respekt. Sie tritt in Verbindung mit den Kanji 受容Juyō auf, was mit „Akzeptanz, akzeptieren, annehmen oder Empfang“ übersetzt werden kann. Für mich bildet es einen wichtigen Teil meiner inneren Haltung. Ich möchte das akzeptieren, was ich nicht ändern kann und auch das annehmen, was mir andere Menschen zuteilwerden lassen.

Mit der Farbe Grün verbinde ich Entwicklung, Sicherheit und Harmonie. Das Kanji 全力 Zenryoku steht mit ihr in Verbindung, was auf Deutsch „die ganze Kraft, alle Kräfte, mit aller Kraft, versuchen unser Bestes oder Energie“ bedeutet. Ich versuche mein Bestes, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, um unter anderem Sicherheit, Harmonie und Zufriedenheit, bzw. Glück zu erreichen. Entwicklung ist ebenfalls ein Prozess, der viel Kraft in Anspruch nimmt und bildet für mich die Grundlage zum Verständnis des Seins, der Existenz.

Als letzte Farbe habe ich Orange gewählt. Mit ihr verbinde ich Weisheit, Freude, Familie und Optimismus. Zu ihr gehört das Kanji 英知 Eichi, was für „Weisheit, Intelligenz oder tiefste Einsicht“ stehen kann. Hier geht es mir um den Weg zur Erleuchtung 悟道 und die Weisheit, den Unterschied zwischen Dingen, die ich ändern kann oder Dinge, die ich akzeptieren muss, zu erkennen. Ein gesunder Optimismus ist ebenfalls eine Grundlage für ein zufriedenes und glückliches Leben, genau wie die Menschen um uns herum einen wichtigen Teil dazu beitragen. Der Dalai Lama sagt, dass Wissen die Grundlage des Verstehens ist. Wenn wir Dinge verstehen, verstehen wir auch, warum wir leiden. Von da an hilft uns die Kraft und Akzeptanz, unser eigenes Leid und vielleicht sogar das Leid anderer Menschen zu beenden.

Bedeutung der Schildkröte

Die Kame (Schildkröte) vereint in sich viele für mich wichtige Eigenschaften und hat einen hohen symbolischen Wert. Zum Beispiel wächst sie ein Leben lang, was ich mit dem wachsenden Wissen über eine Lebensspanne verknüpfe. Sie hat sich seit annähernd 200 Millionen Jahren nicht geändert und ist perfekt an ihre Umgebung angepasst. Von Anfang an gleitet sie gelassen und entspannt in Harmonie durch die Weltmeere. Man könnte meinen, sie ist zur Erleuchtung gelangt. Des Weiteren trifft die Aussage „harte Schale, weicher Kern“ ebenso auf mich zu, obwohl ich in der richtigen Gesellschaft aus meinem Panzer herausschlüpfe. Betrachtet man diesen genauer, stellt man fest, dass er zwar aus einzelnen, unterschiedlichen Teilen besteht, diese aber fest zusammenhängen. Übertragen auf eine Gruppe von Menschen wird deutlich, dass es auch hier eine Verbindung gibt. Menschen sind alle unterschiedlich, aber zusammen schützen sie, was ihnen wichtig ist: das Innere, das Herz, die Seele, die Gemeinschaft.

Daneben ist so eine Schildkröte nicht ungefährlich, was durchaus jemand bestätigen kann, der schon mal von einer gebissen wurde. Um meine Verbindung zum Kampfsport auszudrücken, zu zeigen, dass ich mich nicht nur mit Beißen wehren kann, symbolisieren die Flossen Katana und Wakizashi 両刀 (ryōtō). Würdet ihr einem Gegner gegenübertreten, der an den Außenseiten der Armen und Beinen rasiermesserscharfe Klingen hat? Da ich neben dem japanischen Schwert 無外流 (Mugai Ryu) mich auch in dem Zweischwertstil 玄黄二刀流 (Genko Nito Ryu) und im Stockkampf 東征流 (Tosei Ryu)übe, sowie in der waffenlosen Kampfkunst Tai-Chi-Chuan 太極拳, könnte man meine Arme und Beine ebenfalls als Waffen ansehen.

Das Gleichgewicht

Zu guter Letzt ist im Panzer eine dünne v-förmige Linie eingearbeitet, die sich in den vorderen Flossen fortsetzt. Ein sehr vereinfachtes Symbol einer Waage, was auf das Gleichgewicht in der Natur hinweist. Wenn beispielsweise ein großer Baum sehr wenige Wurzeln hat, ist er nicht stabil und anfällig für Wind und Dürre. Er befindet sich nicht im Gleichgewicht mit seiner Umgebung. Wenn wir in einer Beziehung leben, in der ein Part immer nur gibt und der Andere nur nimmt, ist das kein Gleichgewicht, kein harmonisches Verhältnis. Die Natur strebt immer ein Gleichgewicht, ein harmonisches Verhältnis, auf den verschiedensten Ebenen an. Die Auswirkungen erleben wir durch Unwetter oder aber durch einen Streit in einer Beziehung.

Wenn wir unseren Blick auf das Wesentliche und Wahrhafte lenken, erblicken wir vielleicht die Seele, das Herz, den Wesenskern von allem, was uns umgibt.